
Was uns Katzen mit Augen, Ohren und dem Schwanz schon immer sagen möchten !
Wenn Ihr Eure Katze richtig verstehen möchtet, solltet Ihr Euch mit ihrer Körpersprache vertraut machen – denn nur wer weiß, wie es seiner Katze geht, kann auch auf sie eingehen!
Die Kommunikation der Katze besteht aus verschiedenen Ausdrucksformen, mit denen sich die Katze mit Menschen, anderen Katzen und Tieren verständigt.
Körpersprache
Katzen zucken mit ihrem Schwanzende, wenn sie jagen, spielen
oder ärgerlich sind. Heftigeres Zucken deutet Verdruss an, leichtes Zucken zum
Teil Unentschlossenheit. Ein aufgerichteter Schwanz ist ein Zeichen der
Zufriedenheit oder wird als Gruß an den Menschen oder an andere Katzen
(normalerweise nahe Verwandte) verwendet. Ein steil aufgerichteter Schwanz,
dessen Spitze sich fast bis auf Nackenhöhe nach vorne krümmt, ist Ausdruck
höchster (Vor-) Freude und wird besonders oft vor der Fütterung verwendet. Ein
halb gehobener, annähernd waagerechter Schwanz zeigt nachlassendes Behagen,
ein tief gehaltener Schwanz Unzufriedenheit.
Wenn der Schwanz hin und her peitscht, ist die Katze zornig und angriffsbereit
und möchte in Ruhe gelassen werden. Die nächste Stufe dieses Warnzeichens
könnte ein Pfotenhieb sein. Eine erschrockene oder überraschte Katze wird sich
„aufplustern“, das Fell ihres aufgerichteten Schwanzes auf buschen und ihren
Körper drohend seitlich stellen, um größer zu wirken.
Auch schwanzlose Katzen die nur einen kleinen Schwanzstummel besitzen, bewegen
ihren Stummel als ob sie einen vollständigen Schwanz besäßen. Nasenberührungen
sind ein freundlicher Katzengruß, während ein gesenkter Kopf ein Zeichen der
Unterordnung ist. Manche Katzen fahren mit ihrem Gesicht am Fußknöchel ihrer
Besitzer entlang, als freundlicher Gruß und Zeichen der Zuneigung. Dieses
Verhalten kann auch eine Art der „Reviermarkierung“ sein, da sich in der
Katzenwange Duftdrüsen befinden.
Wenn Katzen zufrieden sind, bearbeiten sie den Menschen oder das Objekt auf
dem sie gerade sitzen, gerne schnurrend mit einer tretenden Bewegung
(Milchtritt). Mit dieser Instinkthandlung regen Katzenbabies während des
Säugens die Brust der Mutterkatze an, um an die Muttermilch zu gelangen. Daher
ist es möglich, dass sich bei von Menschenhand großgezogenen Katzen dieser
Reflex nicht ausbildet. Der Milchtritt dient auch zur Reviermarkierung der
Katze. Mit den Duftdrüsen auf der Tatzen-Unterseite gibt die Katze auf einen
Menschen oder einen Gegenstand Duftstoffe ab, um ihn als ihren „Besitz“ zu
kennzeichnen, ähnlich der Reviermarkierung mit ihrem Urin.
Miauen:
Die Aussprache des Katzenlautes kann sich abhängig von seiner
Bedeutung erheblich verändern. Normalerweise miauen Katzen, wenn sie
wehklagen, um zu grüßen oder um menschliche Aufmerksamkeit einzufordern, z. B.
wenn der Katzenbesitzer in der Küche steht und etwas Essbares zubereitet.
Manche Katzen sind sehr „gesprächig“, andere miauen eher selten. Katzen können
ungefähr hundert unterschiedliche Laute von sich geben, Hunde bringen es
vergleichsweise auf zehn. Katzen in freier Wildbahn greifen nicht so oft auf
die Kommunikation mit Lauten zurück wie die domestizierte Hauskatze, da ihre
Laute von Feinden gehört werden könnten und somit zur Ortung der Katze
verhelfen. Wild lebende erwachsene Katzen benutzen zur Kommunikation meistens
Körpersprache und Duftstoffe.
Die Laute eines Katzenbabys beginnen im jungen Alter zunächst als hoher
quietschender Ton, der sich dann mit der Zeit vertieft. Die Laute kastrierter
Katzen können auch in ihrer Erwachsenenzeit denen eines Katzenbabies ähneln,
insbesondere bei Katern.
Schnurren
Katzen können auch Schnurr-Geräusche von sich geben. Eine
Katze schnurrt in den unterschiedlichsten Gemütslagen. Meist ist das Schnurren
ein Ausdruck der Zufriedenheit und des Wohlbehagens. Ein Elterntier
signalisiert dadurch den Jungen, dass alles in Ordnung ist und keine Gefahr
droht. Es kann aber auch bedeuten, dass sich die Katze bedrängt fühlt, daher
ist eine schnurrende Katze nicht notwendigerweise eine zufriedene Katze.
Katzen schnurren auch, wenn sie große Angst haben oder starke Schmerzen
erleiden oder sich in Bedrängnis befinden, Weibchen schnurren sogar, wenn sie
Junge werfen. Katzen schnurren auch untereinander, z. B. wenn sich die
Katzenmutter um ihre Jungen kümmert. Katzenbabies schnurren, wenn sie gesäugt
werden. Bis vor kurzem gab es mehrere Theorien, wie das Schnurren der Katze
zustande kommt, beispielsweise durch das Vibrieren der Stimmbänder beim Ein-
und Ausatmen, durch Schwingungen in den Lungen, die Vibration des Zungenbeins
oder durch das durch die Aorta fließende Blut. Derzeit wird vermutet, dass das
Schnurren das Ergebnis rhythmischer Impulse aus dem Kehlkopf der Katze ist.
Einer Katze ist es möglich, gleichzeitig zu miauen und zu schnurren. Wenn sie
entspannt und zufrieden sind, blinzeln Katzen zusätzlich zum Schnurren oder
schließen ihre Augen teilweise ganz.
Jedoch kann schnurren für die Katze auch eine Möglichkeit sein, sich bei
Verletzungen oder in Bedrängnis selbst zu beruhigen. Auch wenn es noch nicht
endgültig bewiesen ist, vermuten Forscher, dass die Frequenz der Vibrationen,
die durch das Schnurren entstehen, das Heilen der Knochen und der Organe der
Katze fördern kann.
Knurren, zischen, fauchen
Die meisten Katzen knurren, zischen oder fauchen, wenn sie geärgert werden oder sich in Gefahr befinden, um die angreifende Partei zu warnen. Wenn die Warnung nicht beachtet wird, kann ein mehr oder weniger ernster Angriff erfolgen. Die Katze wird dann klammern und/oder Tatzenschläge erteilen, mit zurückgezogenen oder ausgefahrenen Krallen. Dies kann zu einer Verletzung der menschlichen Haut führen. Diese Kratzer können, wie bei jeder anderen Verletzung auch, zu einer Infektion und in Extremfällen auch zum Ausbruch der Katzenkratzkrankheit (siehe Link: Krankheiten) führen.
Mauzen
Das sogenannte Mauzen hört man bei Katzen oft, wenn sie etwas
sehen, was sie gern fangen möchten, aber nicht in Reichweite ist.
Beispielsweise kann die Katze auf der Fensterbank sitzen und einen Vogel
draußen fliegen sehen. Dieser Laut – oftmals gepaart mit hin- und
herpeitschendem Schwanz – signalisiert die vollste Aufmerksamkeit der Katze.
Manchmal macht die Katze auch nur die entsprechenden Bewegungen des Maules,
"schnattert" also lautlos.
Bislang ist nicht genau bekannt, ob dies eine Lautwiedergabe der Bedrohung,
ein Ausdruck der Frustration oder ein Versuch, die Imitation eines
Vogelzwitscherns (oder der Laut einer potentiellen Vogelbeute, z. B. einer
Zikade) sein soll. Tierforscher sind zu der Ansicht gelangt, dass diese Laute
ein „Übungsverhalten“ darstellen, welches die Tötung des Beutetiers
vorwegnimmt oder einübt, da der Laut normalerweise von einer Bissbewegung
begleitet wird, ähnlich dem Biss, den die Katze anwendet, um ihre Beute zu
töten (der „Tötungsbiss“, der den Halswirbel der Beute zertrennt).
Katzen nutzen eine Art Zwitschern als Gruß. Tiger benutzen diesen Laut
ebenfalls.
Beißen
Während das Beißen für den Menschen unerwartet sein kann, wird
eine Katze normalerweise andere subtile Andeutungen machen, wie mit dem
Schwanz zu peitschen oder zu schlagen, das Fell zu sträuben, zu knurren, ihr
Schnurren einzustellen, die Ohren flach zu den Seiten anzulegen oder ihre
Körperhaltung verändern, um zu verkünden, dass sie nicht mehr spielen möchte.
Nicht mit dem aggressiven Beißen verwechselt werden darf der Liebesbiss der
Katze, der oftmals von einem wohligen Schnurren begleitet wird, manchmal noch
mit einem Schütteln des Köpfchens beim Biss. Katzenbabies können die
Bissstärke anfangs noch nicht richtig dosieren, daher können deren
spielerische Knabbereien durchaus für Menschen unangenehm bis schmerzhaft
sein, ohne dass dies von den Kätzchen beabsichtigt ist.